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 Kundengruppe:Gast
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| Kaffeegeschichte, Legenden, Herkunft des Kaffeebaums |
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Im letzten Jahrzehnt stieg die Popularität von Kaffee in der
ganzen Welt sprunghaft an. Kaffeebars und Spezialgeschäfte schossen aus dem
Boden und bewirkten ein enormes Interesse an gutem Kaffee.
Die Entdeckung des Kaffees ist abwechslungsreich und vielfältig wie das Getränk
selbst. Die wahre Geschichte des Kaffees ist schwierig nachzuverfolgen.
Eine Legende berichtet von Hirten aus Kaffa die um das
Jahr 1671 zufällig eines Abends entdeckten dass ihre Ziegen noch sehr
munter waren, wenn sie an einer bestimmten Stelle geweidet hatten.
Daraufhin beklagten sie sich bei den Mönchen eines nahgelegenen Klosters
im Lande Abessinien. An der Stelle, wo die Tiere grasten, fanden die
Mönche eine dunkelgrüne Pflanze, die grüne, gelbe und rote kirschartige
Früchte trug, von denen die Tiere geknabbert hatten. Die Mönche
bereiteten sich daraus einen Aufguss zu und siehe, ohne das geringste
Bedürfnis nach Schlaf konnten sie nun nachts wachen, beten oder
angeregte Unterhaltungen führen. |
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Eine
andere Geschichte besagt das im Hochland von Äthiopien (Abessinien), in den
Bergwäldern des alten Königreichs Kaffa die Urheimat des Kaffeebaums liegt. Dort
wurden die grünen Bohnen zuerst von Nomadenstämmen gekaut. Circa ab dem 9.
Jahrhundert, vielleicht auch schon etwas früher, gewann man aus den Früchten
dieser wildwachsenden Pflanze ein Getränk.
Gut möglich, dass anfangs der gegorene Saft der Kaffeekirschen mit Wasser
verdünnt getrunken wurde. Erst später entdeckte man, dass die zerstossenen
Beeren viel ergiebiger zubereitet werden konnten und ungleich mehr Aroma
hervorbrachten.
Der berühmte persische Arzt und Philosoph Ibn Sina (Avicenna) soll die Wirkung
des Koffeins als hervorragend stimulierendes Pharmakon schon 1015 erkannt und
die Kaffeebohne als Heilmittel verwendet haben. |
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Im 11. Jahrhundert pflanzten die Araber bereits Kaffee auf den
künstlich bewässerten Küstenhängen des Roten Meeres. Im Jemen
wurde die Kaffeebohne zum ersten Mal auf Steinplatten geröstet.
Die Hafenstadt Mokka stand später Pate für den starken
arabischen Mokka.
Das Wort "Kaffee" leitet sich hingegen nicht von der Provinz
Kaffa ab, sondern vom altarabischen qahwah. Ursprünglich war
damit der Wein gemeint, der den gläubigen Moslems verboten ist.
Die Türken nannten ihn kahweh. Wegen der anregenden Wirkung des
Kaffees wurde dieser nun anstelle des vergorenen Traubensafts
zum "Wein des Islam". |
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Alle Legenden um die magischen Kräfte der roten Beeren haben einen wahren
Kern: Der Islam betrachtete den Kaffee von Anfang an als Droge. Zunächst wurde
der rabenschwarze Trank aus den gebrannten Kaffeebohnen bei den Gebetsstunden in
den Moscheen getrunken. Für die Pilger, die zur heiligen Kaaba nach Mekka kamen,
wurden im 15. Jahrhundert die ersten Kaffeeschenken eingerichtet, die sich
Schulen der Weisheit nannten. Bald jedoch nahmen diese Kaffeehöhlen an den
heiligen Stätten des Islam in Mekka und Medina überhand. Der "Teufelstrank"
wurde von den Schriftgelehrten des Koran verboten, die "Kaffeehöhlen"
geschlossen.
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Doch auch die Priester mussten bald einsehen, dass der Kaffee schon zu viele
Anhänger unter den Moslems gefunden hatte. Selbst der Sultan von Kairo war ihm
offenkundig verfallen, und er hob das Verbot auf. Weiter waren die Kaffeehäuser
bald eine lukrative Steuereinnahmequelle.
Die
Türken übernahmen nicht nur die Lehre des Propheten von den Arabern, sondern
auch ihr liebstes Getränk: 1554 wurde auf europäischem Boden in Konstantinopel
das erste wirklich prächtige, mit Teppichen und Bildern geschmückte Kaffeehaus
eröffnet, bald darauf auch eines im syrischen Damaskus. Erst die Türken machten
aus der Zubereitung des Gebräus aus gerösteten Bohnen eine grosse Kunst.
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| Die ersten Kontakte des Westens mit dem Getränk: |
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| Reisende aus dem Westen erschien das bitter schmeckende Heissgetränk
zunächst noch als Kuriosum. Dem Augsburger Stadtphysikus Leonahard Rauwolf
verdanken wir den ersten Augenzeugenbericht. |
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In seinem 1582 veröffentlichten Buch "Reise in die Morgenländer" berichtet
Rauwolf über die Trinksitten der Araber: "Unter anderen habens ein gut getränck,
welliches sie hoch halten, Chaube von jenen genennet: das ist gar nahe wie
Dinten so schwarz und in gebresten sonderlich des magens gar dienstlich. Dieses
pflegens am Morgen frü, auch an offnen orten .. . zu trinken, aus irdenen und
Porcellanischen tiefen Schälein, so warm, alß seis könden erleiden... Zu dem
wasser nemen sie Frücht bunu, die außer Größe und farb schier wie die Lorbeer
anzusehen..... Dieses trank ist bey ihnen sehr gemain..."
Die Araber machten den Kaffeeanbau zum Staatsgeheimnis und wachten streng
darüber. Sie verboten jede Ausfuhr keimfähiger Kaffeebohnen. Dennoch brachten
reisende Händler und Kaufleute sie schon 1615 mit nach Venedig, dem Zentrum des
damaligen Orienthandels. Die Kultur der Kaffeehäuser in Europa beginnt 1645 in
Venedig, auf dem Markusplatz wurde ein Kaffeehaus eröffnet. Selbst Papst Clemens
VIII., den christliche Fanatiker aufforderten, den heidnischen Teufelstrank zu
ächten, überzeugte sich lieber persönlich.
Der Siegeszug der braunen Kaffee-Bohnen begann und zog nach und nach über ganz
Europa .... England, Frankreich, Holland .... In Deutschland kann sich 1673 zuerst
Bremen und 1677 auch Hamburg mit einem Kaffeehaus schmücken. |
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| Nach Rohöl ist Kaffee heute das zweitwichtigste Handelsgut der Welt. In
vielen Erzeugerländern zählt der Kaffee zu den wichtigsten Agrargütern. Seine
Bedeutung findet ihren Ausdruck auch auf Banknoten und Briefmarken. Hier die
Abbildung eines 5-Colon Geldscheines aus Costa Rica. |
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| Kaffee wurde zum Volksgetränk und ist es heute immer noch. In Deutschland
steht Kaffee an erster Stelle mit
146l pro Kopf jährlich, noch vor Wasser und
Bier. |
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